Archaische Grilltipps

Grillen ist wahrscheinlich die älteste Form des Kochens. Wer aber denkt, pralle Sonne, eingelegte Schweinesteaks und Fußball-WM sind heutzutage notwendige Voraussetzung fürs Grillen, ist auf dem Holzweg. Schenkt man den Statistiken Vertrauen, so grillen immer mehr Menschen – bei bedecktem Himmel, mit Gemüse und zu unterschiedlichen Anlässen. Es soll sogar Grillpartys im Januar geben, bei denen der Weihnachtsbaum des Vorjahres bei Glühwein und Bratwurst verheizt wird…

Grillen wie Jäger und Sammler

Als ich im letzten Jahr bei Jägern und Sammlern zu Gast war, konnte ich verschiedene interessante Grill-Details kennen lernen: Sobald ein Tier etwa 40 cm Größe hat, wird es nach der Jagd sofort zerteilt und gegrillt. Dazu werden in Windeseile bestimmte Hölzer aus der Umgebung aufgeschichtet. Dann wird mit Stab und Spänen Feuer entzündet, die Hölzer in Brand gesetzt und verschiedene Teile des Beutetiers darauf gelegt, sobald keine lodernden Flammen mehr sichtbar sind. Nach weniger als einer halben Stunde und dem Garen in der Asche sind die aromatischen Leckerbissen bereit und werden mit großem Genuss verspeist.

Was fällt dabei auf? – Genau: Gegrillt wird frisches Fleisch von freilaufenden Tieren unterschiedlicher Arten, es gibt keine Marinaden oder Gewürzmischungen – dafür schwelende Hölzer und Asche. In welcher Form lässt sich das auch bei uns genießen?

Drei archaische Grilltipps

  • Bring hochwertige Vielfalt und „Exotik“ auf den Grill: heimisches Wild (Wildschwein, Hirsch, Reh) oder auch exotisches Wild (Strauß, Springbock, Känguru, Zebra, Krokodil, Elch, Ren, Bison etc.) und besondere Geflügelsorten wie Perlhuhn. Die Tiere sollten freilaufend gewesen sein und bestmögliche Qualität haben. Markthallten, Bio-Metzger, Feinkostläden und Internet-Anbieter (z.B. www.otto-gourmet.de) sind gute Quellen.
  • Verwende Rosmarinspieße: ideal für Gemüsespieße, die dadurch ein duftendes Kräuteraroma erhalten. Einfach Rosmarinzweige nach dem Entfernen der Blätter luftig aufbewahren (sie trocknen von selbst), Gemüsestücke darauf spießen und grillen – bei Bedarf auf dem Teller mit einem Hauch an Salz oder Pfeffer würzen. Es gibt in zwischen verschiedene Studien, die zeigen, dass die ätherischen Öle von Rosmarin und anderen Kräutern antioxidative Eigenschaften haben, d.h. gesundheitsförderlich sind und evtl. Nebeneffekte des Grillens abfedern.
  • Grille Geflügel im Erlenspan oder Lachs auf der Zedern-Planke: Ähnlich wie Jäger und Sammler können wir bestimmte Hölzer verwenden, welche ein leichtes Räucheraroma abgeben, z.B. Holz von Zeder oder Erle. Am einfachsten ist es, sich eine unbehandelte Zedernplanke zu besorgen und darauf Fisch zu garen. Statt der typischen Grillstreifen erhältst du saftige, würzig-rauchige Fischstücke. Als zweite Möglichkeit kannst du papierdünnes Zedern- oder Erlenholz verwenden, Geflügel oder Fisch darin einwickeln und dann auf dem Grill garen – diese Variante hat etwas weniger Raucharoma, dafür werden Fisch und Fleisch besonders saftig.

WoodWrap_webPaläoPower in Aktion: Jetzt ist die richtige Zeit, verschiedene Fleischsorten und Zubereitungsarten zu testen – und sich selbst und seine Gäste zu verwöhnen. Umsetzungstipps für die nächste Grillparty:

  • Verwende eine Fleischsorte, die du bislang noch nicht gegrillt hast, z.B. Lamm
  • Probiere mal Ungewöhnliches, z.B. gegrillte Leber
  • Bewahre dir Rosmarinstängel auf und nutze sie beim nächsten Mal als Spieß für Gemüse- oder Fleischstücke
  • Wenn du Marinade verwendest: Rühre sie selbst an und verwende antioxidative Zutaten wie Rosmarin, Thymian – oder grünen Tee oder Granatapfelsaft
  • Nutze Meersalz oder Steinsalz zum Würzen – das kommt der Aschegarung am nächsten

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Fotos: Sabine Paul

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